Montag, 19. Januar 2015

Invisible Man


Invisible Man 
Ruu Campbell 


Samstag, 17. Januar 2015

Ich wünsche Dir


Ich wünsche dir ein warmes Herz
und darin eine Nachtigall
Ich wünsche dir einen Himmel
voller Sonne und singender Vögel
Ich wünsche dir starke Hände - um zu tragen
und offene Arme - um zu lieben
Ich wünsche dir von Zeit zu Zeit
einen warmen Sessel - um zu schlafen
Ich wünsche dir ein Jahr
wo du sagen willst
es möge Jahre dauern



Phil Bosman

Donnerstag, 15. Januar 2015

Abschied


Wenn der Gesang der Engel verstummt ist,
Wenn der Stern am Himmel untergegangen,
Wenn die Könige und Fürsten heimgekehrt,
Die Hirten mit ihrer Herde fortgezogen sind,
Dann erst beginnt das Werk von Weihnachten:
Die Verlorenen finden,
Die Zerbrochenen heilen,
Den Hungernden zu essen geben,
Die Gefangenen freilassen,
Die Völker aufrichten,
Den Menschen Frieden bringen,
In den Herzen musizieren,


Irisches Weihnachtslied 

Dienstag, 13. Januar 2015

Vor einem Winter




Ich mach ein Lied aus Stille
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht.

Der See und die Libelle.
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.

Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne.
Was es auch immer sei,

Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.

Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter.
Und so vergeh ich nicht.


(aus: Eva Strittmatter 
Ich mach ein Lied aus Stille, 1973. 
In: Sämtliche Gedichte. Berlin 2006)

Montag, 12. Januar 2015

Ich bin ein Träumer




Ich bin ein Träumer, denn nur Träumer
finden ihren Weg durchs Mondlicht und erleben die
Morgendämmerung bevor die Welt erwacht.

Oskar Wilde

Samstag, 10. Januar 2015

Eine Weile





Eine Weile
werden wir uns
aufhalten
in dieser Welt
im aufrechten Gang
wenn er gelingt
kopfgetragen
solange der Kopf trägt
herzgebeutelt
solange das Herz schlägt
im Rhythmus
der ureigenen Uhr
eine Weile
werden wir bleiben
um weiter zu gehen
zu gesicherten Ufern
 
Annemarie Schnitt

Donnerstag, 8. Januar 2015

Die Zeit der Blüten




Die Zeit der Blüten
ist noch fern
mir ist so kalt
und alle Sorgen
drücken schwer
für ein Viertelstündchen
Frühling
gäb ich
meine längste Feder
her


Anne Steinwart

Montag, 5. Januar 2015

Liebe



 
Denn die Liebe ist es, die den Weg vom Zeitlichen zum Ewigen 
und vom Ewigen zum Zeitlichen zu weisen nicht aufhört 
und nach keiner festen Gestalt dieses Ewigen fragt, 
an keine sich bindet, weil diesen Weg, diese Verbindung zu schaffen das Wesen der Liebe selbst ist. 

Margarete Susman -1872-1966 -

Samstag, 3. Januar 2015

Mein sind die Jahre nicht


Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
der Augenblick ist mein, und nehm ich den in Acht,
so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht. 



  Andreas Gryphius, 1616-1664

Donnerstag, 1. Januar 2015

Im Neuen Jahr

 
 
Im neuen Jahr 

grüße ich

meine nahen und 
die fernen Freunde

grüße die

geliebten Toten

grüße alle

Einsamen

grüße die Künstler

die mit
 Worten Bildern Tönen

mich beglücken

grüße die

verschollenen Engel

grüße mich selber

mit dem Zuruf

Mut
 
Rose Ausländer