Mittwoch, 1. Juli 2026

Für Florian zum 26igsten Todestag



Mach dieses Bett geräumig

Bereite es mit großer Ehrfurcht
Warte darin
Auf den Anbruch des Jüngsten Tages
Strahlend und klar

Bereite das Lager eben
Mache das Kissen rund
Lass keines Sonnenaufgangs grellen Lärm
Je behelligen diese Stätte

Emily Dickenson


🌟🌟🌟🌟

Geliebter Florian,
Worte vermögen nicht auszudrücken, was das Herz 
Dir sagen möchte. 
Aber wir haben unser eigene Sprache - die der Seele- 
und an diesem Ort, der nur Dir zugänglich ist,
wirst Du alles hören, was ich Dir heute sage.

Ich liebe Dich mein Sohn 💓


Hope is the thing with feathers

 


Hope is the thing

with feathers

Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune without the words,
And never stops at all,

And sweetest in the gale is heard;
And sore must be the storm
That could abash the little bird
That kept so many warm.

I ’ve heard it in the chillest land,
And on the strangest sea;
Yet, never, in extremity,
It asked a crumb of me.

Emily Dickinson


 Die Hoffnung ist

das Federding
Die Hoffnung ist das Federding,
das in der Seel' sich birgt
und Weisen ohne Worte singt
und niemals müde wird.

Am süß'ten klingt es in den Bö'n -
und schlimm der Sturm der kränkt
und Schaden bringt dem Vögelchen,
das soviel Wärme schenkt.

Ich hab's auf fremd'ster See gehört
und auf der kält'sten Flur;
doch nie hat's in Gefahr begehrt
von mir ein Körnchen nur.

Übersetzung: Walter A. Aue

 

Florian's Vermächtnis

 

 

 

 

Ich werde still sein, doch mein Lied geht weiter

Mascha Kaléko

.... und ich höre Dich 💓Wir leben unseren stummen Dialog 💕

I love you



For my beloved son 💫💫💓 

Mittwoch, 13. Mai 2026

Das eigene Leid

 


Man begreift das Leid der anderen, man findet sogar Worte des Trostes, findet Rat für andere, die alles verloren haben. 

Das eigene Leid begreift man nicht. Findet keinen Trost, keinen Rat."
 

 Fred Wander

Dienstag, 10. Februar 2026

Trauer



 

Viele stellen sich Trauer wie ein großes, dunkles Etwas vor.

Wie einen schweren Brocken, den man „verarbeiten“ muss.
Schwer zu kauen, Verschlucken inklusive.

Aber so funktioniert Trauer nicht.

Trauer besteht aus vielen einzelnen Teilen:
Traurigkeit. Wut. Erleichterung. Schuld. Sehnsucht. Leere. Angst. Dankbarkeit.
Und jedes dieser Gefühle ist individuell zusammengesetzt.
Es ist ein individuelles Mosaik. Kein Mosaik gleicht dem anderen.

Und dann gibt es noch ein zweites Mosaik, über das kaum gesprochen wird:
Die Trauer um das alte Ich.

Um Zukunftspläne, die es nicht mehr gibt.
Um Rollen, Sicherheiten, Gewissheiten.
Um die Person, die man vor dem Verlust war.

Viele Trauernde trauern also zweifach:
Um den geliebten Menschen.
Und um sich selbst.

Und genau deshalb gibt es kein richtig oder falsch.
Nur deine beiden Mosaike.
Und deinen Weg, sie Stück für Stück anzuschauen.

Und genau hier wird etwas Wichtiges deutlich:
Diese beiden Mosaike lassen sich nicht von außen zusammensetzen.
Kein Ratschlag kann sie ordnen. Kein kluger Satz sie erklären.

Was hilft, ist Gleich und Gleich. Menschen, die ähnlich trauern.
Die dieselbe Trauersprache sprechen, ohne sie erklären zu müssen.
Denn erst im Spiegel eines anderen Trauernden
werden viele der ureigenen, inneren Antworten sichtbar.

Nicht, weil sie gegeben werden –
sondern weil sie in uns selbst hörbar werden.

 


Quelle: TRAUERHELDEN  (facebook)

Donnerstag, 1. Januar 2026

Über die Brücke

 



Über die Brücke
hinüber ins neue Jahr
ein leises Adieu zurück
ein Winken ein Lächeln
ein Erinnern das dir bleibt
als Licht hinter der Trauer
 
Annemarie Schnitt
 
Ein gesundes, zufriedenes und friedvolles Jahr 2025 

Dienstag, 30. Dezember 2025

Eifriger Frost

 

Meine Sonne
ist scheinen gegangen
in deinem Himmel
Mir bleibt
der Mond den ruf ich
aus allen Wolken
Er will mich trösten
Sein Licht sei wärmer
und heller
Nicht gelb verfärbt
dass man nur noch denkt
ans Erkalten
Sonne komm wieder!
Der Mond ist zu hell und
zu heiß für mich!
 
Erich Fried

Sonntag, 28. Dezember 2025

Ich sehn' mich so nach einem Land

 

Ich sehn' mich so nach einem Land

der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
dass alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
dass Regen, Schnee und jede Wolk‘,
dass all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muss gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, das war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse (1877 – 1962)
 


Freitag, 26. Dezember 2025

Im Gedenken an Kai

  
Ich bin mir immer
Meiner Nähe zu Dir bewußt,
Deine Anwesenheit
verlässt mich nie.

Johann Wolfgang von Goethe
 
💫💫💫💫💫💫 
 
Liebe Claudi, lieber Bernd,
  
Heue ist Kai's Todestag, der Tag, der nie hätte sein dürfen! 
Dass es weiterging, dass wir weiterleben konnten, ohne sie, ohne unsere Kinder, das haben wir mühevoll gelernt. Dass das Leben aber ein anderes sein wird, das konnten wir damals nicht wissen, als wir sie an den Tod verloren haben.
"Statt der Füße tragen dich Flügel" - das ist ein schöner Satz und ich möchte ihn heute, an Kai's Sterbetag mit Euch und allen, die um Kai trauern, teilen.
 
Mit einer Umarmung ♡ und lieben Gedanken an Euch.
Eure Gabi