Im Gedenken an Florian
"Und manchmal, während wir so schmerzhaft reifen, dass wir beinahe daran sterben, erhebt sich aus allem, was wir nicht begreifen, ein Gesicht und sieht uns strahlend an" Rainer Maria Rilke
Samstag, 17. Oktober 2026
Gedanken zu Florian's 50gstem Geburtstag im Licht
Der 17. Oktober ist nicht nur Florians Geburtstag. In diesem
Jahr wäre es sein 50. Geburtstag. Vielleicht ragt dieser Tag deshalb so sehr
heraus: Er macht die Zeit sichtbar, die vergangen ist – seine und meine.
Florian wurde nur 23 Jahre alt. In meiner
Erinnerung bleibt er deshalb jung. Ich kenne sein Gesicht mit 23, seine Stimme,
seine Art zu lachen, seine Träume, den jungen Mann, der er damals war.
Aber nun geschieht etwas anderes:
Ich vermisse auch den Florian, den ich nie
kennenlernen durfte.
Den 30-Jährigen. Den 40-Jährigen. Und jetzt ganz
besonders den 50-jährigen Mann.
Wie sähe er heute aus? Was wäre aus ihm
geworden? Was würde ihn beschäftigen? Worüber würden wir miteinander reden und
lachen? Würde ich, wenn er heute bei uns säße, in seinem älter gewordenen
Gesicht manchmal plötzlich wieder den Jungen erkennen?
Das sind keine Erinnerungen. Es sind ungelebte
Möglichkeiten. Vielleicht liegt darin eine eigene Form der Trauer: Nicht nur
den Menschen zu vermissen, den man verloren hat, sondern auch all die Menschen,
die er im Laufe seines Lebens noch geworden wäre.
Die Ernte
Je älter ich selbst werde, desto deutlicher
spüre ich noch etwas anderes.
Ich bin dankbar, alt werden zu dürfen. Ein
langes Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn das Alter beschwerlich
ist und mein Körper mir inzwischen einiges abverlangt, weiß ich um dieses
Geschenk.
Aber meine Dankbarkeit ist nicht ungeteilt.
Denn zu der Ernte eines langen Lebens hätte für
mich gehört, mein Kind älter werden zu sehen.
Ich hatte mich einmal ganz selbstverständlich
darauf verlassen, ohne überhaupt zu wissen, dass dies eine Ernte sein würde:
das erwachsene Kind zu erleben. Seine Veränderungen. Sein eigenes Leben.
Vielleicht irgendwann die Umkehr der Fürsorge. Gemeinsam zurückzuschauen auf
das, was gewesen ist.
Dieser Teil meiner Ernte wurde mir genommen.
Und so wächst mit jedem Jahr, das mir geschenkt wird, auch
etwas anderes: die Zahl der Jahre, die ich ohne Florian gelebt habe.
Dankbarkeit hebt Trauer nicht auf.
Beides darf nebeneinanderstehen.
Liebe erinnert
Zwanzig Jahre lang haben wir seinen Geburtstag
mit einer Anzeige und einem Abend mit seinen engsten Freunden begangen.
Irgendwann fühlte sich dieses gemeinsame Erinnern nicht mehr richtig an. Die
Freunde waren weitergegangen – wie sie weitergehen mussten –, und der Abend
wurde schmerzhafter als das stille Erinnern.
Aber Liebe braucht kein Ritual, um zu bleiben.
Vielleicht ist das der Gedanke, der über diesem
50. Geburtstag stehen kann:
Liebe erinnert.
Nicht nur an den Menschen, der war.
Sondern manchmal sogar an den Menschen, der
hätte werden können.
Freitag, 16. Oktober 2026
...Tell me how is heaven... 🌟🌟
I got a few things to ask you
Did Grandma meet you at the door?
Did you find the ones we lost before?
Do the angels know your favorite song?
Do they let you sing it all night long?
When you see the stars come out
Do you ever look and see us now?
I got a thousand things to say
Für Dich, Flori - weil ich heute so traurig bin 💔💔💔💔
Das Leben des Menschen beginnt nicht im Mutterleib, ebenso wie es nicht im Grab endet. Dieses weite Firmament, das jetzt erfüllt ist vom Licht des Mondes und der Sterne, ist bevölkert von Geistern, die sich in Liebe umfangen, und von Seelen, die gegenseitigen Einverständnis verschmelzen..."
Wir werden uns wiederfinden
Wir werden uns wiederfinden
Mittwoch, 1. Juli 2026
Für Florian zum 26igsten Todestag
Mach dieses Bett geräumig
Hope is the thing with feathers
Hope is the thing
with feathers
Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune without the words,
And never stops at all,
And sweetest in the gale is heard;
And sore must be the storm
That could abash the little bird
That kept so many warm.
I ’ve heard it in the chillest land,
And on the strangest sea;
Yet, never, in extremity,
It asked a crumb of me.
Emily DickinsonDie Hoffnung ist
das Federding
Die Hoffnung ist das Federding,
das in der Seel' sich birgt
und Weisen ohne Worte singt
und niemals müde wird.
Am süß'ten klingt es in den Bö'n -
und schlimm der Sturm der kränkt
und Schaden bringt dem Vögelchen,
das soviel Wärme schenkt.
Ich hab's auf fremd'ster See gehört
und auf der kält'sten Flur;
doch nie hat's in Gefahr begehrt
von mir ein Körnchen nur.
Übersetzung: Walter A. Aue
Florian's Vermächtnis
Ich werde still sein, doch mein Lied geht weiter
Mascha Kaléko
.... und ich höre Dich 💓Wir leben unseren stummen Dialog 💕
Mittwoch, 13. Mai 2026
Das eigene Leid
Man begreift das Leid der anderen, man findet sogar Worte des Trostes, findet Rat für andere, die alles verloren haben.
Fred Wander








