Donnerstag, 6. Mai 2010

Time out...


In zwei Wochen bin ich zurück - gestärkt, inspiriert, neu motiviert!
Bis dahin - seid behütet und von allen Sternenstäubchen mit Licht umringt und durchdrungen....
Gabriele

Die Stille - El silencio



Die Stille

Höre, mein Sohn, die Stille.
Es ist eine Stille in Wellen
Eine Stille
von der Täler und Echos abperlen
und vor der man sich verbeugt

Federico García Lorca

El silencio

Oye, hijo mío, el silencio.
Es un silencio ondulado,
un silencio
donde resbalan valles y ecos
y que inclina las frentes
hacia el suelo.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Öffne mir eine Tür




"Mit dem Tod unseres Sohnes hat Gott uns eine Aufgabe zugeteilt, wir müssen lernen, damit zu leben und unseren Sohn in uns weiterleben lassen. Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass das Leben trotz alledem lebenswert ist." Der Sohn von Lutz Steffens starb vor vier Jahren an Leukämie. Um mit dem Schmerz klarzukommen, beschloss Lutz Steffens sich ehrenamtlich zu engagieren, um anderen Menschen mit einem ähnlichen Schicksal zu helfen.
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 20.000 Kinder und junge Erwachsene. Und überall bleiben trauernde, verzweifelte Eltern, Geschwister und Großeltern zurück. Sie quält die immerwährende Frage nach dem "Warum", denn nichts trifft Eltern härter als der Tod ihres Kindes. Von einer Minute auf die andere ist nichts mehr so wie es einmal war.
Im Labyrinth der Gefühle müssen die Betroffenen ihren ganz persönlichen Weg finden, um mit der Trauer um das geliebte Kind fertig zu werden, denn jeder trauert anders.
So auch Wolfgang Todtenhausen, der vor vier Jahren seine neunjährige Tochter durch plötzlichen Herztod verloren hat. Er hat seinen Kummer über den Verlust seines Kindes verarbeitet, indem er anfing zu malen. Seine Zeichnungen sind Trost für viele Betroffene.
Für "verwaiste Eltern" ist es am schlimmsten, wenn der Tod ihres Kindes tabuisiert wird, wenn betretenes Schweigen herrscht, sobald sie den Raum betreten, einfach, weil die Umwelt unsicher ist, wie sie mit den Eltern umgehen soll.
Das Thema steht ganz im Sinne des Reformationstages. Zu lernen, das Leben mit all seinen Widrigkeiten anzunehmen, damit umzugehen, dass nichts im Leben so sicher ist wie die ständige Veränderung, dazu ist jeder Mensch aufgefordert. Und verwaiste Eltern ganz besonders. Sich vor Gott trotz aller Schicksalsschläge und so wie man ist, geliebt und angenommen zu fühlen, Ballast abzuwerfen und die eigenen Kräfte zu mobilisieren, um bereit für neue Wege zu sein, das ist der Sinn des Reformationstages und das Ziel der verwaisten Eltern.


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Ein sehr berührender Beitrag des ZDF zum Thema verwaiste Eltern.

Auch, wenn ich nicht alles teile, was dort gesagt wird, so denke ich doch, dass wir dankbar sind, dass das Thema Trauer immer öfter Einzug hält ins "öffentliche Leben".

Begrabenes Glück



Mitunter weicht von meiner Brust,
Was sie bedrückt seit deinem Sterben;
Es drängt mich, wie in Jugendlust,
Noch einmal um das Glück zu werben.

Doch frag´ich dann: was ist das Glück?
So kann ich keine Antwort geben,
Als die, daß du mir kämst zurück,
Um so wie einst mit mir zu leben.

Dann seh´ich jenen Morgenschein,
Da wir dich hin zur Gruft getragen;
Und lautlos schlafen die Wünsche ein,
Und nicht mehr will ich das Glück erjagen.

Theodor Storm

Dienstag, 4. Mai 2010

Heute



Manchmal
sehne ich mich
so nach dir,
dass ich mich
im Gestern verliere,
als du noch
da warst

Manchmal
sehne ich mich
so nach dir,
dass ich mich
im Morgen verliere,
wenn ich nicht mehr
da bin.

Heute
versuche ich
zu leben.


Renate Salzbrenner

Ich sitze vor zu packenden Koffern. In wenigen Tagen werden wir nach Mallorca fliegen und auf - hoffentlich noch immer blühenden - Pfaden wandern.
Auszeit! Zeit, auszuruhen, Zeit, aufzutanken, Zeit, mich neu inspirieren zu lassen.

Fotos: Ute Leser

Montag, 3. Mai 2010

Ich lebe mein Leben...


Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

Message in a bottle


....“Daß die Trennung so weh tut, liegt daran, daß unsere Seelen verbunden sind. Vielleicht waren sie es immer schon und werden es immer bleiben. Vielleicht haben wir tausend Leben vor diesem gelebt und haben uns in jedem Leben gefunden. Und vielleicht sind wir in jedem dieser Leben aus dem gleichen Grunde getrennt worden. ...Wenn ich an Dich denke, sehe ich die Schönheit und Anmut und weiß, daß du mit jedem gelebten Leben stärker geworden bist. Ich weiß, daß ich dich in jedem Leben gesucht habe. Nicht jemanden wie dich, sondern dich, denn deine Seele und die meine sind dazu bestimmt, sich immer wiederzufinden. Doch aus einem Grund, den keiner von uns versteht, sind wir gezwungen, Abschied zu nehmen.....:“

Aus: Message in a bottle

Message in a bottle



An alle Schiffe auf See, an meine Familie, an meine Freunde und Fremde

Dies ist eine Botschaft und ein Gebet.

Ich habe auf meinen Reisen eine wunderbare Wahrheit erfahren -
ich habe bereits besessen, was alle anderen suchen und was nur wenige finden: den einzigen Menschen auf der Welt, den ewig zu lieben ich geboren wurde.

Er ist der Hafen, in dem ich für immer zu Hause sein werde: kein Wind,
kein Ärger nicht einmal ein kleiner Tod kann dies Zuhause zerstören.
Ich bete darum, dass jeder Mensch auf der Welt eine solche Liebe finden möge um durch sie geheilt zu werden.

Wenn das Gebet erhört wird, wird es keine Schuld mehr geben und alle Wut wird versiegen. Darum bitte ich Dich, Gott.
Amen

aus: Message in a bottle

Sonntag, 2. Mai 2010

Friedhof

http://www.youtube.com/watch?v=vh8GekUXO3U

„ Diese Türen sind Tore zu einer anderen Welt. Du trittst ein und plötzlich ist aller Lärm der Welt nur noch Hintergrundmusik der gegenwärtigen Friedhofsstille. Dieser Ort, er ist das Brennglas für die Strahlen der Vergangenheit und Gegenwart. Er fängt sie auf und bündelt sie in Dir dass sie beginnen, in dir zu brennen: eine Glut, die wärmt oder eine Glut, die verbrennt? Du selbst es in der Hand, aus der nährenden Wärme der gegenwärtigen Vergangenheit Zukunft werden zu lassen: Deine Zukunft.
Die Zukunft des Toten ist seine Zukunft. Du hast keinen Einfluß darauf, du kannst sie diesem Menschen weder geben noch nehmen. Jetzt ist deine Zeit der Zukunft. Es ist an dir, sie zu gestalten und zu leben. Die Begegnung mit der Vergangenheit des Grabes kann dir mit seiner wärmenden Glut der Gegenwart Kraft verleihen.....“
schrieb ein junger Geistlicher, der – wie Florian – einen plötzlichen Herztod starb. Seine Mutter schickte mir die Zeilen.
Und: „vieles ist unsicher; sicher ist, dass du zurückkehren kannst an diesen Ort, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so lebendig werden lässt, um dir Kraft zu holen für das Morgen. ...

(von Andreas Hakert, Dorothea’s verstorbenem Sohn)

Samstag, 1. Mai 2010

Jeder kommende Frühling..


Jeder kommende Frühling, der die Sprösslinge der Pflanzen aus dem Schoße der Erde treibt, gibt mir Erläuterung über das bange Rätsel des Todes und widerlegt meine ängstliche Besorgnis eines ewigen Schlafs.



Friedrich Schiller