Montag, 8. November 2010

Für Andrea im Gedenken an Lukas


Diese Bilder

die ohnmächtig machen
den Atem stocken lassen
dich aus der Fassung bringen
Bilder
die mehr sind als Bilder
von Menschen mit Namen
mit einem Gesicht wie du und ich

Bilder
die sich einbrennen
unauslöschlich in dir
unaufhebbar
vom hämmernden Herzen

A. Schnitt

Liebe Andrea, noch kann die Kerze hier für Euch brennen... und meine Gedanken Dich hoffentlich finden!

Sonntag, 7. November 2010

Der Trauertag

Der Trauertag

mittendrin
zwischen den hellen
den Tagen des Glücks
der dunkle Tag
in dem kein Gedanke gedeiht
kein Lachen gelingt
keine Frage sich klärt
ein Tag der dich einfängt
in sein dichtes Netz
in das Dunkel der Trauer

Annemarie Schnitt

Lieber Rainer, 14 Jahre ohne Deinen geliebten Sohn Mateo - und heute schrumpfen sie auf ein "gerade"....
Unsere Gedanken begleiten Dich und Deine Familie. Schön, dass wir uns begegnet sind auf Mallorca!

Fotos: Mallorca 2010

Samstag, 6. November 2010

Herbstblatt

Beim Öffnen des Fensters
flog es mir zu
das lachende Herbstblatt
wie zum Gruß am Morgen
wie zur Zwiesprache
im Flüsterton von Farben
federleicht der Pinselstrich
des zärtlichen Zuspruchs
für den neuen Tag

Annemarie Schnitt

Freitag, 5. November 2010

Lesung

Die Lesung " Vom Atmen unter Wasser" im Café BilderBuch gestern Abend war ausgesprochen schön!
Ca. 30 interessierte Menschen (darunter einige verwaiste Eltern) waren
gekommen und lauschten Lisa aufmerksam, eriffen und begeistert.
Ein Abend, der trotz des "schweren" Themas durch Lisas natürliche, fröhliche und sehr zugewandte
Art nie "schwer" war.
Danke, Lisa!

Donnerstag, 4. November 2010

O'Donohue


" There is a deep beauty

hidden in the
luminosity at the heart
of the soul
... behind the dull
facade of our daily lives.

Only in your solitude
will you actually
find it, find the
neglected beauty of your life!"

John O'Donohue

...und eines meiner Lieblingslieder in diesen Tagen....

http://www.youtube.com/watch?v=hP_x3Yb6AQo&NR=1

Der kleine Prinz


»Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer), wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen. Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen, gerade so, zum Vergnügen ...Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, daß du den Himmel anblickst und lachst. Dann wirst du ihnen sagen: 'Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen!' und sie werden dich für verrückt halten. Ich werde dir einen hübschen Streich gespielt haben ...«

Und er lachte wieder.

»Es wird sein, als hätte ich dir statt der Sterne eine Menge kleiner Schellen geschenkt, die lachen können ...«

Einfach immer wieder wunderschön - und tot traurig!

Mittwoch, 3. November 2010

The Seabird

http://www.youtube.com/watch?v=g4LiUdm4ApI

I dream of a Seabird
As t opens its wings to the gale
And as it soars o’er the Island
It follows the wake of my trail
And when the dark nights falls
And the grey mists surround me
My heart is a small boat
Your love is its sail

And I’ll sing of all the love I have for you
And I’ll bear with all the pain you want me to
For whichever way we may go
And no matter what winds may blow
It’s our Nature that binds your heart to me

Aus: “Some Mother’s Son”

Anfang der 80er Jahre traten einige IRA-Häftlinge unter der Führung von Bobby Sands in den Hungerstreik. Sie protestierten damit gegen die britische Regierung unter Margaret Thatcher, die sich weigerte, sie als politische Gefangene anzuerkennen und sie statt dessen wie 'normale Kriminelle' behandeln wollte. Insgesamt starben zehn Männer an den Folgen dieses Hungerstreiks. Als sie ins Koma fielen, lastete auf den Angehörigen die schwierige Entscheidung, entweder um medizinische Hilfe zu bitten und den Hungerstreik abzubrechen oder dem Willen des Sohnes zu entsprechen und ihn damit zu verlieren. Für einige Familien war das Sterben der Söhne ein Heldentod; sie waren Soldaten und Kämpfer für ihre Idee der Unabhängigkeit Nordirlands. Dieser Konflikt spaltete nicht nur die Nation, sondern auch Familien und hat in der Erinnerung der Nordiren tiefe Wunden hinterlassen.
       Er dient dem Film als Hintergrund für die Begegnung zweier Frauen, die vieles trennt, die aber auch eines gemeinsam haben: Beide sind Mütter, und ihre Söhne inhaftierte und verurteilte Aktivisten der IRA. Kathleen, die betont angepasste, pazifistische Lehrerin, die sich zeitlebens aus der Politik herausgehalten hat, weiß bis zu seiner Verhaftung nichts von den IRA-Aktivitäten ihres Sohnes Gerard und kann sie später auch nicht billigen. Die nationalistisch gesinnte Bäuerin Annie dagegen unterstützt den Kampf ihres Sohnes Frank schon aus Familientradition und weil ihr jüngster Sohn von britischen Soldaten getötet wurde. In der Sorge um ihre Söhne kommen sich die unterschiedlichen Frauen ideologisch langsam näher. Kathleen beginnt unter dem Druck der unmenschlichen Haftbedingungen, unter denen ihr Sohn leidet, sich politisch zu engagieren, und Annie kommen Zweifel an ihrem blinden Hass auf alle Andersdenkenden. Dennoch bricht sie den Hungerstreik ihres Sohnes nicht ab, hofft aber gemeinsam mit Kathleen auf eine politische Lösung von Regierung und Sinn Fein. Sie sehen sich am Schluss getäuscht. Dass Kathleen ihren Sohn rettet, verurteilt Annie aber nicht. "Eine musste es tun!"

http://www.moviepilot.de/movies/muetter-und-soehne/trailers
Ein unglaublich eindringlicher Film, dessen Bilder - aber vor allem auch dessen Musik - einen nie wieder losläßt. Für mich vor allem ein Film über zwei sehr unterschiedliche Mutter-Sohn-Beziehungen - eine der schönsten Rollen von Helen Mirren.  Als Video in fast jeder Videothek zu haben..

Dienstag, 2. November 2010

Für Kat zu Simeons Geburtstag

Du bist vergangen, eh' ich's gedacht,
Wie eine Blume verblüht über Nacht.
Wie eine Blum' über Nacht verblüht,
Auf die umsonst der Frühtau sprüht.
Es sprüht umsonst der frühe Tau,
Wie auf dich meine Thränen lau.
Es sprühn meine Thränen lau auf dich,
Und du bist nicht erwacht für mich.
Und du bist nicht für mich erwacht,
Meine Blume, verblüht über Nacht!

Friedrich Rückert

Montag, 1. November 2010

Lesung


Noch einmal möchte ich Euch gerne auf die Lesung mit Lisa-Marie Dickreiter aus ihrem Buch "Vom Atmen unter Wasser" aufmerksam machen
In Kooperation mit Verwaiste Eltern und Geschwister Berlin e.V. und ANUAS e.V. Hilfsorganisation für Angehörige von Mord-, Tötungs-, Suizid- und Vermisstenfällen) liest Lisa am Donnerstag, den 4. November 2010.

Ort: "Café BilderBuch" in der Akazienstraße 28 in Schöneberg
Los geht es um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Klage



Für Chris im Gedenken an Manuel

Uns ist kein Sein vergönnt. Wir sind nur Strom,
Wir fließen willig allen Formen ein:
Dem Tag, der Nacht, der Höhle und dem Dom,
Wir gehn hindurch, uns treibt der Durst nach Sein.
So füllen Form um Form wir ohne Rast,
Und keine wird zur Heimat uns, zum Glück, zur Not,
Stets sind wir unterwegs, stets sind wir Gast,
Uns ruft nicht Feld noch Pflug, uns wächst kein Brot.
Wir wissen nicht, wie Gott es mit uns meint,
Er spielt mit uns, dem Ton in seiner Hand,
Der stumm und bildsam ist, nicht lacht noch weint,
Der wohl geknetet wird, doch nie gebrannt.
Einmal zu Stein erstarren! Einmal dauern!
Danach ist unsre Sehnsucht ewig rege,
Und bleibt doch ewig nur ein banges Schauern,
Und wird doch nie zur Rast auf unsrem Wege.

Hermann Hesse