Freitag, 18. September 2009

Sie sagen...


Sie sagen, dass es einen Grund gäbe
sie sagen, die Zeit heile
aber weder Grund noch Zeit
werden etwas an dem, was ich fühle ändern

Gedenktafel auf einem Kindergrab.

Donnerstag, 17. September 2009

Von Zeit zu Zeit


der Welt verloren gehen
in Träumen
den Lärm der Stunden
unterlaufen
die rotierende Zeit
überspringen
von Zeit zu Zeit
der Welt verloren gehen
um neu anzukommen

A. Schnitt

Mittwoch, 16. September 2009

Mit dem Herzen sehen



Mit dem Herzen sehen

Still sitzt du da,
mit einem Schleier von Trauer
in deinen Augen.
Dein Schweigen,
ein eiserner Ring,
an dem du dich kettest,
möchte ich mit sanfter Berührung sprengen,
deine uferlose Traurigkeit
fortspülen,
und mögen unsere Hände
zueinander finden,
unsere Blicke
tief in unsere Herzen tauchen,
wie zwei Gewässer,
die ineinander fließen -
eins werden,
und die Mauer des Schweigens
öffnen.

Edith Maria Bürger

Könnt ich


aufwachen
mit heiterem Herzen
die Leiter angelegt
an das Glück
der Schwerelosigkeit
Verlorenes wiederzufinden
im freien Flug

A. Schnitt

Dienstag, 15. September 2009

Lied



Wenn der Wind auf dem Meer schlafen geht
und ein Traum wie von fern zu mir weht.
Steigt aus dunkler Flut, weiß ein Segelboot,
dieses Boot war mein Traum lange her.

Wer den Wind liebt wie ich kennt auch gut,
das Gefühl, wenn man treibt mit der Flut.
Ringsum Meer und Wind und die Wellen sind
weiße Wände aus Glas um Dich her.

Auf Schwingen gleiten wir ins Morgengraun.
Auf Wellen reiten wir durch Gischt und Schaum.
Getaucht in Meeresgrün und Sonnenglanz.
Der Wind spielt dazu seinen wilden Tanz.

Schöne Zeit, Fahrenszeit, war vorbei
als ein Sturm brach das Boot mir entzwei.
Warf es an den Strand, wo`s ein Ende fand.
Dieses Boot war mein Traum, doch vorbei.

Lebewohl, weißes Boot, lebewohl.
Meine Liebe, mein Traum, mein Idol.
Flammensegel steigt, bis der Wind sich neigt.
So ein Boot bleibt mein Traum, allezeit.

Auf Schwingen gleiten wir ins Morgengraun.
Auf Wellen reiten wir durch Gischt und Schaum.
Getaucht in Meeresgrün und Sonnenglanz.
Der Wind spielt dazu seinen wilden Tanz

Danke, liebe Birgit, für diesen schönen Liedtext!

Bild: Edward Hopper

Allnächtlich im Traume


Allnächtlich im Traume seh ich dich,
Und sehe dich freundlich grüßen,
Und lautaufweinend stürz ich mich
Zu deinen süßen Füßen.

Du siehst mich an wehmütiglich,
Und schüttelst das blonde Köpfchen;
Aus deinen Augen schleichen sich
Die Perlentränentröpfchen.

Du sagst mir heimlich ein leises Wort,
Und gibst mir den Strauß von Zypressen,
Ich wache auf, und der Strauß ist fort,
Und das Wort hab ich vergessen.

Heinrich Heine

Samstag, 12. September 2009

heart days in Ireland



Es ist soweit, liebe FreundInnen und LeserInnen meines blogs: ich habe begonnen, meine Tagebuchaufzeichnungen in einem gesonderten blog niederzuschreiben... und Ihr könnt (wenn Ihr wollt) dort über die Tage in Irland nachlesen. Ich habe erst begonnen - werde mir aber die Zeit nehmen, diesen blog möglichst schnell fertigzustellen..
Die Tage waren voller Herzen, die ich überall entdeckte: am Himmel, am Strand, in den Wiesen - im Sand!
Laßt Euch ein wenig entführen... nach Connemara. http://ireland-diary2009.blogspot.com/
(Wenn Euch der Fortgang der Tage interessiert, könnt Ihr den blog abonnieren... und bekommt eine Nachricht, wenn ich wieder schreibe. Leider müßt Ihr den blog "rückwärts" lesen.. aber das läßt sich wohl technisch nicht anders machen...)

..."Das Universum lädt uns förmlich von Natur aus dazu ein, uns auf die Reise zu begeben und es zu entdecken. Die Erde will, dass unser Geist aufmerksam zuhört und wachsam um sich blickt, damit wir ihre Geheimnisse erkennen und sie benennen können. Wir sind die Echo-Spiegel der kontemplativen Natur. Es ist eine unserer heiligsten Pflichten, offen zu sein für die feinen Stimmen des Universums, die in unserer Sehnsucht zum Leben erweckt werden. Aristoteles sagte, der Grund dafür, dass wir überhaupt etwas erkennen können, sei die -- innige und exakte -- formale Affinität, die zwischen uns und der Natur besteht"....

John O'Donohue

Freitag, 11. September 2009


There is a deep beauty
hidden in the
luminosity at the heart
of the soul
behind the dull
facade of our daily lives.
Only in your solitude
will you actually
find it, find the
neglected beauty of your life!"

John O’Donohue

Donnerstag, 10. September 2009

Schicksalserde


Dann scheint sie sich
für einen Schmerzmoment
in Frieden aufzulösen.
Dann wacht sie augenblicklich
mit neuen Wundgefühlen auf.
Diese tränenschwere
gebrochene Trauererde
die sich Jahr für Jahr
zur selben Zeit
auf ihre unheilbaren
Schicksalsspuren besinnt.

Dann scheint sie uns
für eine kleine Ewigkeit
durch alle Schatten zu tragen.
Dann wieder zerbricht sie
im eigenen Hoffnungslicht.
Diese aufgewühlte
erstarrte Sehnsuchtserde
die sich Jahr für Jahr
am selben Ort
Zeit zum Trauern nimmt.

Und irgendwann
zur selben Zeit
am selben Ort
werden vielleicht
Herbstzeitlose
auf dieser Schicksalserde blühen.
Um ihren unsterblichen Wurzeln
für immer und ewig
eine lebendige Heimat zu geben.


© Ute Leser

Gäbe es diese wunderbaren Begegnungen mit der Natur nicht, gäbe es auch keine heilsamen Wege. Dort, wo etwas abgebrochen ist, brauchen wir das Gefühl der Vollkommenheit. Und lassen uns von ihr tragen. Um dem Untragbaren etwas entgegenzuhalten.

Mittwoch, 9. September 2009

Back from Ireland


Wie du in mir noch lebst,
bin ich mit dir gestorben.
Wie sich ein Teil von dir
noch regt in meinem Tun,
so will ein Stück von mir
in deinem Frieden ruhn.
Wie du noch Heimat hast
durch mich in dieser Welt,
so wird im andren Land
durch dich mein Haus bestellt.

(Lily Sauters)

Danke für dieses schöne Gedicht!
Zurück aus Irland und trotz Herbsteinbruch und stürmischer Wolken war in meinem geliebten Land die Zeit angefüllt von tiefen,bewegenden Eindrücken und vielen kleinen Wundern.
Ich habe ein Tagebuch geschrieben und werde es - mit Fotos - demnächst als eigenen blog veröffentlichen.. Ich benachrichtige Euch!
Erst einmal "Welcome back"!

Foto: von den unzähligen HERZEN, die uns Irland schenkte, war dies das größte und beeindruckendste - als sei es vom Himmel gefallen!