Donnerstag, 7. Januar 2010

Mein letzter Garten


Und manchmal
träume ich heimlich
vom letzten Garten
der mir das Schattenlicht
eines Baumes schenken soll.
Nein, Spuren des
Nicht-mehr-Seins
sollte er niemals haben.
Vielmehr ein wachsender
Ort der Liebe sein.
Eine wild belassene
Blumenwiese vielleicht
auf der hunderte von
Schmetterlingen spielen.
Und ganze Bienenvölker
von Blumenkelch zu
Blumenkelch fliegen.
Im Herzen meines
ewigen Paradieses
sollte unbedingt
ein atmender Engel
aus Treibholz stehen.
Der mir die Hand
des Friedens reicht.
Und mit jeder seiner
sichtbaren Lebensspuren
daran erinnert
dass selbst im Sterben
etwas von uns bleibt.

©Ute Leser

Mittwoch, 6. Januar 2010

Erinnerung


Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mächtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir zugekehrt.

Es dämmern im Bücherständer
die Bände in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Länder,
an Bilder, an die Gewänder
wiederverlorener Fraun.

Und da weißt du auf einmal: das war es.
Du erhebst dich, und vor dir steht
eines vergangenen Jahres
Angst und Gestalt und Gebet.
Rainer Maria Rilke

Dienstag, 5. Januar 2010

John Keats


Winter (Tori Amos)

http://www.youtube.com/watch?v=KWmETxWM0h0&feature=fvw

Ein schönes Wintersehnsuchtslied...
....

....
Snow can wait, I forgot my mittens
Wipe my nose get my new boots on
I get a little warm in my heart when I think of winter
I put my hands in my father’s glove
I run off where the drifts get deeper
Sleeping Beauty it drips me with a frown
I hear a voice you must learn to stand up
For yourself cause I can’t always be around
He says when you gonna make up your mind
When you gonna love you as much as I do
When you gonna make up your mind
Cause things are gonna change so fast
All the white horses are still in bed
I tell you that I’ll always want you near
You say that things change my dear

.....

Sonntag, 3. Januar 2010

Bright Star (poem)



Bright star, would I were stedfast as thou art--
Not in lone splendour hung aloft the night
And watching, with eternal lids apart,
Like nature's patient, sleepless Eremite,
The moving waters at their priestlike task
Of pure ablution round earth's human shores,
Or gazing on the new soft-fallen mask
Of snow upon the mountains and the moors
No--yet still stedfast, still unchangeable,
Pillow'd upon my fair love's ripening breast,
To feel for ever its soft fall and swell,
Awake for ever in a sweet unrest,
Still, still to hear her tender-taken breath,
And so live ever-or else swoon to death.

Strahlender Stern

Oh Stern, wär ich beständig so wie Du!
Doch nicht wie du, der nächtlich einsam zieht
und strahlt und schaut mit offnem Auge zu,
wie’n duldsamer, schlafloser Eremit,

die Wasser in die priesterliche Pflicht
zu nehmen, einer Waschung unsrer Welt,
oder starrend auf die weiche Schicht
von Neuschnee, auf den Bergen, Moor und Feld.

Nein, doch beständig und unwandelbar
läg ich auf meiner Liebsten weichen Brust
und fühl sie schwellend, fühl sie sanft verwehend.

Hellwach erlebend was unruhig gebar
ihr Atem sanft erbebend. - Voll bewußt
so lebend oder in den Tod vergehend.

An die Hoffnung



Wenn ich in meinem Zimmer einsam bin
Und häßliche Gedanken mich umdunkeln,
Wenn keine Traumlust schmeichelt meinem Sinn,
Aus kahlem Leben keine Blüten funkeln,
Dann, süße Hoffnung, schenke Balsam du,
Mit Silberschwingen fächle mich in Ruh

....
Und wie wohl eines Sternes kleines Licht
Verheißungsvoll in schwarzen Höhen funkelt
Und milden Strahls durch finstre Wolken bricht,
So, süße Hoffnung, wenn mein Sinn umdunkelt
Von trübem Ahnen, dann erscheine du,
Mit Silberschwingen fächle mich in Ruh!

John Keats

Foto: Grabstelle John Keats und seines Freundes Josef Severin in Rom

Bright star



Wo Schönheit ist, ist Freude auch für immer:
Es wächst die Lieblichkeit, und sie wird nimmer
In nichts vergehn. Sie wird für uns behalten
Ein stilles Fleckchen, wird im Schlafe walten,
In süßem Traum, in froh gesundem Leben ….

John Keats "Endymion"


Liebe FreundInnen,
heute lege ich Euch einen Film ans Herz, den ich gestern sah und der mich sehr berührt und bewegt hat: Bright Star. In wundervollen, poetischen Bildern schildert dieser Film die Geschichte des kurzen Lebens des englischen Dichters John Keats und seiner Liebe zu und Fanny Brawne.
Es ist eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt scheint: Zu groß sind die Unterschiede zwischen der Schneiderin und dem hochbegabten Dichter. Meist voneinander getrennt, bleibt den Liebenden nur ihr inniger Briefwechsel, um einander nahe zu sein.
Eine Geschichte wie Romeo + Julia - nur, dass sie sich so zutrug.
Sehr bewegend finde ich auch folgendes, das ich bei meinem Suchen nach "mehr" von John Keats fand:
Sein Grabspruch auf dem Protestantischen Friedhof, "Here lies one, whose name was writ in water", ist der Bitternis seines Lebens gewidmet, ist aber auch die letzte Erkenntnis dessen, was Keats "negative Befähigung" nannte: die Befähigung des poetischen Menschen, allem Ereignis im "Tal der Seelenbildung" offen und mutig entgegenzutreten.

Ein durch und durch poetischer, sanfter, schöner Film!

Samstag, 2. Januar 2010

Sehnsucht



Wenn du ein Schiff bauen willst, dann
trommle nicht Männer zusammen, um
Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen
und die Arbeit einzuleiten, sondern
lehre sie die Sehnsucht nach dem endlosen Meer.

Saint Exupéry

Manche Menschen



Manche Menschen wissen nicht,
Wie wichtig es ist, dass sie da sind.
Manche Menschen wissen nicht,
Wie gut es ist, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
Wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.
Manche Menschen wissen nicht,
Wie wohltuend ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
Wie viel ärmer wir ohne sie wären.
Manche Menschen wissen nicht,
Dass sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen.

Ich danke Euch. Ich danke Euch für Eure Grüße und Wünsche zum Neuen Jahr und für Euer wärmendes feed-back auf diese Seite. Alles ist mir Ansporn, sie weiterzuführen.
Danke!
Gabriele

Freitag, 1. Januar 2010

Precious Child



In my dreams, you are alive and well
Precoius child, precious child.
In my mind, I see you clear as a bell
Precious child, precious child.

In my soul, there is a hole
That can never be filled
But in my heart, there is hope
‘Cause you are with me still.

In my heart, you live on
Always there, never gone
Precious child, you left too soon
Tho’ it may be true that we’re apart
You will live forever…..in my heart.

In my plans, I was the first to leave
Precious child, precious child
But in this world, I was left here to grieve
Precious child, my precious child.

In my soul, there is a hole
That can never be filled
But in my heart there is hope
And you are with me still.

God knows I want to hold you,
See you, touch you
And maybe there’s a heaven
And someday I will again
Please know you are not forgotten until then.

In my heart you live on
Always there, never gone
Precious child, you left too soon
Tho’ it may be true that we’re apart
You will live forever……in my heart.

(Words and Music by Karen Taylor-Good)

Foto: Herz-Stein in Irland