Sonntag, 31. Januar 2010

wehmütig...


Nichts bedeutet mehr Schmerz, als sich in Zeiten des Unglücks
Zeiten des Glücks zu erinnern

Dante Alighieri

und einige Zeilen von einem Gedicht von Tagore:

Mit allen Kräften suchen mich für sich zu halten,
festzuhalten, die mich lieben hier in dieser Welt.
Anders ist’s mit deiner Liebe, die größer als die ihre ist...
Du lässt mich frei.
Dass ich ihrer nicht vergesse, wagt ihr Herz nie
mich allein zu lassen.
Doch Tage folgen Tagen, und du
lässt dich nicht sehen.
Wenn ich dich nicht betend rufe,
dich nicht an meinem Herzen halte,
so wartet dennoch deine Liebe immer noch
auf meine Liebe.

Samstag, 30. Januar 2010

An Irish Blessing





Hinterlegt diesen irischen Segen mit:




May the blessing of light be upon you.
Light on the outside, light on the inside.
With God's sunlight shining on you,

May your heart glow with warmth
Like a turf fire that welcomes
Friends and strangers alike.

May the light of the Lord,
Shine from your eyes
Like a candle in the window
Welcoming the weary traveler.

May the blessing of God's
Soft rain be on you,
Falling gently on your head,
Refreshing your soul
With the sweetness of
Little flowers newly blooming.

May the strength of the
Winds of heaven bless you,
Carrying the rain
To wash your spirit clean,
Sparkling after in the sunlight.

May the blessing of
God's earth be on you.
And as you walk the roads,
May you always have a kind word
For those you meet.

May you understand the strength
And power of God
In a thunderstorm in winter
And the quiet beauty of creation
In the calm of a summer sunset.

And may you come to realize that,
Insignificant as you may seem
In this great universe,
You are an important part of God's plan.
May He watch over you
And keep you safe from harm.


Foto: vielleicht mein schönstes aus Irland. Sommer 1999 - Florian stand neben mir, als wir diesen kleinen Hafen entdeckten...

Freitag, 29. Januar 2010

Leid und Freud

http://www.youtube.com/watch?v=ij6nIqIUAZ4&feature=related

Wie Nacht und Tag
stehen Freud und Leid
nebeneinander
lösen sich ab
wie Töne im Lied
fließen ineinander über
berühren sich
überspringen sich
wie Steine im Spiel
bleiben im Wechsel
unverwechselbar
wie Tag und Nacht

Annemarie Schnitt

Schlaflied für die Sehnsucht



O lege, Geliebter,
den Kopf in die Hände
und höre, ich sing' dir ein Lied.
ich sing' dir von Weh und von Tod und vom Ende,
ich sing' dir vom Glücke, das schied.

Komm, schließe die Augen,
ich will dich dann wiegen,
wir träumen dann beide vom Glück.
Wir träumen dann beide die goldensten Lügen,
wir träumen uns weit, weit zurück.

Und sieh nur, Geliebter,
im Traume da kehren
wieder die Tage voll Licht.
Vergessen die Stunden, die wehen und leeren
von Trauer und Leid und Verzicht.

Doch dann - das Erwachen,
Geliebter, ist Grauen -
ach, alles ist leerer als je -
Oh, könnten die Träume mein Glück wieder bauen,
verjagen mein wild- heißes Weh

Selma Meerbaum-Eisinger

The valley wind


Aus Florian’s Album 1996

The valley wind

Living in retirement beyond the world
Silently enjoying isolation
I pull the rope of my door tighter
And stuff my windows with roots and ferns.
My spirit is tuned to the spring-season:
At the fall of the year there is autumn in my heard.
Thus imitating cosmic changes
My cottage becomes a universe.

By Cu Yan (4. Jh.)

Übersetzung

Der Wind vom Tal

Abgeschieden von der Welt
Genieße ich still die Einsamkeit;
Verschließe ich meine Tür immer fester
Und dichte meine Fenster mit Wurzeln und Farnen.
Mein Geist ist dem Frühling zugewandt
Jetzt, wo das Jahr zur Neige geht
Herrscht Herbst in meinem Herzen
Kosmischen Veränderungen gleich
Wird meine Hütte zu einem Universum.

Foto: Irland 1999 (unsere letzte Reise mit Florian durch Irland)

Mittwoch, 27. Januar 2010

Deine Stimme ist hörbar


Florian bei einer Theaterprobe in Camphill (1997)

http://www.youtube.com/watch?v=y0s7ycdUcHk&feature=related



Deine Stimme ist hörbar,
wenn ich sie laut
nachspreche:
erinnerte Sätze,
die uns gehören.

Seit der letzten Umarmung
nimmt die Entfernung
täglich zu.


Auch im Traum
bist du jetzt nicht einzuholen.

Vergiss nicht, wie kurz
der Abschied war
und dass ein Wind
genügt:
Ich werde dich sofort
erkennen.

R. Exner

Für Andrea im Gedenken an Lukas

http://www.youtube.com/watch?v=TQ3BrVmMAUw&NR=1

The Stone

We moved a stone
In a river on earth
The water flows different there
Than before
One cannot stop
The stream of a river
Water always finds
Its way around
Maybe, once filled
By snow and rain
The river takes
OUR shingles with it
To let it then rest
Worn out smoothly and roundly
In the shelter of the sea
WE moved a stone
In a river on earth
Now We know that
WE will never be forgotten
WE delivered the proof
Of OUR existence
By moving that one stone
The stream will never
Move the same way again……

Original Dutch version: Bram Vermeulen

Dienstag, 26. Januar 2010

Wäre es uns möglich... (Rilke)


"Wäre es uns möglich, weiter zu sehen, als unser Wissen reicht...Vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden.
Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist, etwas Unbekanntes, unsere Gefühle verstummen in scheuer Befangenheit, alles in uns tritt zurück, es entsteht eine Stille, und das Neue, das niemand kennt, steht mitten drin und schweigt.
Wir haben uns verwandelt, wie ein Haus sich verwandelt, in welches ein Gast eingetreten ist. Wir können nicht sagen, wer gekommen ist, wir werden es vielleicht nie wissen, aber es sprechen viele Anzeichen dafür, dass die Zukunft in solcher Weise in uns eintritt, ums ich in uns zu verwandeln, lange bevor sie geschieht. Und darum ist es so wichtig, einsam und aufmerksam zu sein, wenn man traurig ist:
weil der scheinbar ereignislose und starre Augenblick, da unsere Zukunft uns betritt, dem Leben so viel näher steht, als jener andere laute und zufällige Zeitpunkt, da sie uns, wie von außer her, geschieht. Je stiller, geduldiger und offener wir sind als Traurige, um so tiefer und umso unbeirrter geht das Neue in uns ein, um so besser erwerben wir es, umso mehr wird es unser Schicksal sein, und wir werden uns ihm, wenn es eines späteren Tages geschieht (das heißt: aus uns heraus zu dem anderen tritt), im Innersten verwandelt und nahe fühlen. Und das ist nötig...."
Rainer Maria Rilke

Montag, 25. Januar 2010

Dort, in der zukünftigen Welt...




"Dort, in der zukünftigen Welt, werden wir alle Schwingungen unseres Inneren sehen und die Bewegung unseres Herzens fühlen. Wir werden die Bedeutung des Göttlichen in uns verstehen, die wir hier verdammen, weil uns die Verzweiflung treibt....

Die schwere Aufgaben, für die wir keine Belohnung erhielten, werden mit uns leben, uns in Glanz wachsen lassen und von unserem Ruhme künden; und die Leiden, die wir ertrugen, werden als Lorbeerkränze unsere Häupter schmücken...."

(Khalil Gibran)

Sonntag, 24. Januar 2010

In eigener Sache

Liebe LeserInnen des blogs,
ich finde in meiner Sammlung immer wieder Texte, deren Verfasser nicht vermerkt ist.
Ich veröffentliche sie dennoch, weil sie - oft - besonders schön sind.
Wenn Euch ein Author bekannt ist zu einem dieser Texte, teilt ihn mir gerne mit. Danke - und danke für Eure schönen Beiträge!
Gabriele