Sonntag, 5. Juli 2020

ÜBERsLEBEN


Mein Kind ist tot! Was macht jetzt noch Sinn?
Hört dieser unaushaltbare Schmerz jemals wieder auf?
Wie kann ich weiterleben?
Das fragen Eltern oft, die gerade ihr Kind verloren haben.

In diesem Buch erzählen Mütter, die schon vor vielen
Jahren ein Kind durch Krankheit, Unfall oder Suizid
hergeben mussten von ihrem Balanceakt auf dem Drahtseil
des Überlebens nach dem Tod des eigenen Kindes. Jede
erzählt von ihrem ureigenen Trauerweg und was ihr geholfen
oder nicht geholfen hat, einen wie auch immer gearteten
Weg zu beschreiten.

Das Buch soll Mut machen durch den Schmerz zu gehen, ihn
nicht zu vermeiden. Denn viele der Mütter empfinden, dass
der Schmerz bleibt, aber dass sie harmonischer
weiterleben, wenn sie den Schmerz als Wegbegleiter
akzeptieren. Und manche sagen sogar, dass das Loch, in das
sie fielen, zur Quelle wurde, aus der sie heute schöpfen.

Die Erzählungen und Einsichten dieser Mütter sind nicht nur
für verwaiste Eltern interessant. Jeder, der schon einmal
einen Verlust erlebt hat, kann sich hier wiederfinden.

💔💔💔

Ich hatte das Privileg, an diesem Buch mitarbeiten zu können und meine Trauererfahrung nach Florians Tod mit vielan anderen Betroffenen zu teilen.
Es ist ein sehr berührendes Buch und ein sehr wahrhaftiges geworden.  Trauer hat so viele Gesichter und hier berichten 38 Mütter/Väter von ihrem individuellen Weg.   LESENSWERT!

Samstag, 4. Juli 2020

Als du gingst


 
Als du gingst
blieb ich zurück
wie die Schatten des Sommerhimmels.
Die goldenen Seen spiegeln mein Bild nicht mehr.

Die unendliche Welt
ist nur noch der Saum des Gewandes
das trauernd von meinen Schultern fällt.

Paula Ludwig

Donnerstag, 2. Juli 2020

Sonnet 18 - Für Florian



Soll ich vergleichen einem Sommertage
Dich der du lieblicher und milder bist?
Des Maien teure Knospen drehn im Schlage
des Sturms und allzukurz ist Sommers Frist.


Des Himmels Aug scheint manchmal bis zum brennen ·
Trägt goldne Farbe die sich oft verliert ·
Jed Schön will sich vom Schönen manchmal trennen
Durch Zufall oder Wechsels Lauf entziert.

Doch soll dein ewiger Sommer nie ermatten:
Dein Schönes sei vor dem Verlust gefeit.
Nie prahle Tod · du gingst in seinem Schatten..
In ewigen Reimen ragst du in die Zeit.

Solang als Menschen atmen · Augen sehn
Wird dies und du der darin lebt bestehn.


William Shakespeare

Sonnet 18




 Für uns ist es "Florians Sonnet" - Es stand am Beginn seiner Liebe zu Eimear

Mittwoch, 1. Juli 2020

Zu deinem 20igsten Todestag






Worte, die nie gesagt wurden,
Fragen, die nie gestellt wurden,
Antworten, die nie gegeben wurden,
Gedanken, die nie zu Ende gedacht wurden,
Träume, die nie geträumt wurden,
Augenblicke, die zu kurz waren,
und doch, es war die schönste Zeit


R.I.P.  beloved Florian

Dienstag, 30. Juni 2020

Dein Todestag



Jedes Jahr, um die gleiche Zeit,
stirbt mein Herz deinen Tod.
Wenn der Kalender den Sommer anzeigt,
falle ich mitten in den Winter.
Wenn die Natur Bunt anlegt,
sehe ich Grau.
Wenn die Sonne sich auf den Gesichtern spiegelt,
ist sie für mich in Trauer.
Jedes Jahr um die gleiche Zeit,
sterbe ich deinen Tod.
Um danach das Atmen neu zu lernen. 


Denkt morgen einen Augenblick an Florian 💗 Er hätte diese Welt ein wenig besser gemacht!
Er fehlt uns so sehr!!


Wir haben das Grab bereits heute besucht und für morgen vorbereitet.
Ich konnte in den letzten Jahren am Todestag nicht zum Friedhof.. 
Zu groß die Last, zu tief der Schmerz! 


⭐⭐⭐
R.I.P. LOVE

 

Montag, 29. Juni 2020

Das letzte Foto von Florian 2000

 
In diese letzten Tagen vor dem 1. Juli befinde ich mich in einem innereren Ausnahmezustand - mit dem Gefühl, als klopfe das Herz so stark, dass es jeder hören müsse... Ein Aufbäumen gegen die Zeit, mit dem Wissen, dass der Ausgang immer der gleiche bleiben wird:  FLORIAN wird sterben!

So nah die Bilder von den Sommertagen 2000 - Florian zurück in Irland - das letzte Foto aus dem Garten von Eimears Eltern.... Florian mit einer Zigarre, die John mit ihm rauchen wollte....und ein Glas Wein.
Er war so glücklich, wieder zu Hause zu sein.  Er wollte mit Eimear noch einmal ein paar Tage ans Meer fahren - nur sie beide - zum ersten Mal.
Florian  kaufte in Dublin noch Karten für ein Bon-Jovi-Konzert - im September...  Eimear liess die Karten verfallen, schaute an diesem Abend mit ihrer Schwester zusammen: Message in a Bottle - und weinte sich die Augen aus dem Kopf...
 
Alles ist noch so nah... alle Bilder....
Wir genossen hier die Ruhe im Garten und die inneren Bilder dieser harmonischen zwei Wochen mit unseren Iren 💓💕Ich weiß noch so gut, wie sich GLÜCK anfühlte - pures GLÜCK, diesen Sohn endlich wieder erlebt zu haben!  Ich war gelassen und wußte, dass wir uns Weihnachten wiedersehen würden.... Alles war gut und alles fühlte sich schön und stimmig an.... bis 2 Tage später!
Aber da bin ich heute noch nicht..
 
Hätte ich doch damals die Zeit anhalten können.... Oder hätte ich doch den Tod erlitten, den Florian erlitt... Aber wir haben es nicht in der Hand!  Das Schicksal nahm unerbittlich seinen Lauf!  
 
 ⭐⭐⭐⭐⭐
 
Dies ist eine Botschaft und ein Gebet.

..."Ich habe auf meinen Reisen eine wunderbare Wahrheit erfahren - ich habe bereits besessen, was alle anderen suchen und was nur wenige finden: den einzigen Menschen auf der Welt, den ewig zu lieben ich geboren wurde.

Er ist der Hafen, in dem ich für immer zu Hause sein werde: kein Wind,
kein Ärger nicht einmal ein kleiner Tod kann dies Zuhause zerstören.
Ich bete darum, dass jeder Mensch auf der Welt eine solche Liebe finden möge um durch sie geheilt zu werden.

Wenn das Gebet erhört wird, wird es keine Schuld mehr geben und alle Wut wird versiegen. Darum bitte ich Dich, Gott..."


                        (aus: Message in a bottle)
 

Sonntag, 28. Juni 2020

In Memoriam



Unsere Herzen werden Dich niemals
Auch nur eine Sekunde verlassen
Und wir sind und wir werden bis in die andere Welt hinein
Diejenigen sein, die dich ohne Grenzen lieben.


Wie soll ich Menschen erklären, dass diese Tage - die letzten unbeschwerten Glückstage - vor 20 Jahren wie ein nicht endender Film vor meinem geistigen Auge ablaufen... 
Florian, der bei uns ist, der fröhliche, ausgelassene, aber auch der besonnene  Sohn, der den heißen Berliner Sommer genießt, sich aber auch langsam auf die Rückkehr nach Dublin freut. Er möchte sich mit Eimear ein Auto leihen und - endlich - einmal an die Küste südlich von Dublin fahren... ins Blaue - noch ein paar freie Tage, bevor beide an die Universitäten zurückgehen. 
Wie oft habe ich einfach beobachtend, das Glück genießend, im Garten gesessen und diese Bilder in mich aufgenommen... tief genug, um sie heute noch immer abrufen zu können.
20 Jahre sind eine lange Zeit -  die "Liegezeit" auf dem Friedhof läuft aus und mußte verlängert werden...  bürokratische Dinge, die einem das Herz brechen.
Die Anzeige ist vorbereitet und wird heute im TAGESSPIEGEL erscheinen... schwarz auf weiß ist dort zu lesen, dass FLORIAN vor 20 Jahren am 1. Juli 200 starb. 


Ich nannte Florians Tod in seiner Gedenkseite einmal "die Vertreibung aus dem Paradies" - und heute, zurückblickend, war es das, was tatsächlich geschah vor 20 Jahren. NIE WIEDER fühlte sich GLÜCK so an, wie damals -NIE WIEDER!


Glücklich war ich früher,
auch da wußte ich es,
war dankbar dafür -
es war nie selbstverständlich.

Heute aber ermesse ich erst,
wie unglaublich groß
dieses Glücklichsein war!
🌟🌟🌟
 

Mittwoch, 24. Juni 2020

Als du gingst



Als du gingst
blieb ich zurück
wie die Schatten des Sommerhimmels.
Die goldenen Seen spiegeln mein Bild nicht mehr.
Die unendliche Welt
ist nur noch der Saum des Gewandes
das trauernd von meinen Schultern fällt.

Paula Ludwig

Montag, 22. Juni 2020

Zum nahenden 20. Todestag





Wir stellen uns unser Leben linear vor, übersichtlich unterteilt in Anfang, Mitte und Ende. Kaum dass wir alt genug sind zu verstehen, was Reihenfolge ist, verlangen wir eine vollständige und schlüssige Reihenfolge der Ereignisse. Wir werden geboren, wachsen auf, bekommen, wenn wir Glück haben, Kinder. Kinder verstärken die Gradlinigkeit unseres Lebens mit ihren geraden Lebenslinien. Sie werden nur älter und größer. Darin sind sie gut. Wir altern; wir nähern uns unserem Ende. Alles fügt sich in unser Gesamtbild ein, jeder kleine Erfolg, jedes Versagen, das uns unterwegs passiert. Die Linie ist irreversibel: Die Zeit selbst...."
 
aus: Louise Doughty, „Was du liebst, gehört dir nicht"

Florians Tod 1m 1. Juli 2000 hat die Zeit angehalten. Die Linie löste sich in Luft auf, und das Leben gefror zu einem Punkt, erstarrt an dem Tag, an dem Florian starb.
Alles andere, alles, was vorher und nachher mit mir geschah, rotierte um diesen einen Punkt. Alles, was vor seinem Tod geschah, hat ihn verursacht, alles was danach geschah, folgte daraus.

Wir erleben beim Tod eines geliebten Menschen einen einzigartigen, unaussprechlichen, nicht übertragbaren Augenblick. Wir werden uns für immer daran erinnern. Und dennoch ist das, was wir erlebten, die simple Banalität des Todes, mit der Menschen jeden Tag und in jeder Ecke unseres Planeten in Berührung kommen. Was uns so unglaublich und irreal erscheint, ist in Wirklichkeit nur die schreckliche Seite unseres Daseins, der verborgene Teil, mit dem wir schonungslos konfrontiert wurden und werden.
Die Trauer bleibt unser innerstes Thema, mit dem wir LEBEN lernen im Hier und Jetzt. Dazu brauchen wir die Kraft der vielen kleinen positiven Augenblicke und Reflektionen des Alltags. Und wir benötigen Demut und optimistische Gelassenheit.

Die Spuren, die unsere Kinder in unseren Herzen hinterlassen haben, sind tief eingegraben. Sie wirken auf besondere Weise nach Außen und reflektieren nicht nur unsere Sehnsucht und unseren Schmerz, denn gleichzeitig sind diese Spuren der Abdruck des unvergleichbaren Kunstwerks LEBEN, das sie unauslöschlich in uns und in allen, die sie berührten, hinterlassen haben.

Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass diese Spuren sichtbar bleiben und nicht zu schnell verwittern. Jede Würdigung unserer traurigen Arbeit gibt uns die Kraft des Tragens, der Pflege, dessen, was uns geblieben ist.


Ich danke allen, die mir in den vergangenen 20 Jahren ihre Empathie, ihren Respekt und auch ihre Zuneigung geschenkt haben an dieser Stelle von ganzem Herzen.
Sehr oft, wenn ich hoffnungslos war und der Himmel sich über mir dunkel zuzuziehen schien, kam eine Nachricht von „irgendwo da draußen“, die mich daran erinnerte, nicht alleine zu sein mit meinem Schmerz, meinen Ängsten und meiner Sehnsucht.

💔💔💔💔💔


Für immer in unserer Erinnerung
Für immer in unseren Träumen
Für immer in unseren Gedanken
Für immer in unserem Leben
Für immer in unseren Herzen
Für immer und ewig 

💗












☀☀☀☀

Der Text entstammt meiner Gedenkseite.  Ich könnte ihn heute nicht besser und nicht aktueller schreiben. 

Florian ist ein fester, unauslöschbarer Bestandteil meines Lebens.  Wir haben in den Jahren über eine stumme Kommunikation gelernt, die Verbindung zu einander zu behalten. Mit dem Herzen zu kommunizieren und sich dem anzuvertrauen, was es einem "sagt" - das ist eigentlich nicht schwer. 
Die Liebe ist das, was bleibt  und das, was uns leitet. 

Alles, was in meinem Leben seit dem 1. Juli 2000 geschah, geschah in Verbindung zu Florian. Vieles, was geschah, machte erst später plötzlich einen Sinn und gab mir somit auch den Hinweis:  ...."Du bist nicht alleine, ich bin da und begleite und leite Dein Leben" ...
 

j

Ja, Florian, für immer und ewig 💗💗