Mittwoch, 24. April 2019

Helplesly Lost

Passenger | 

Helplessly Lost 

Montag, 22. April 2019

Heilung


Copyright bei der Autorin

Herzlichen Dank, liebe Cornelia Elke Schray, dass ich Ihre Wortkunst teilen darf!



Sonntag, 21. April 2019

Immer wenn


... das Licht aufersteht,
ein neuer Tag beginnt, 
ein Frühling,
ein zweiter Frühling,
immer wenn
eine Krankheit sich bessert,
ein Streit mit einer Versöhnung endet,
ein Mensch eine zweite Chance bekommt,
immer wenn
ich einen schweren Stein beiseite rolle,
den Stein meines Schweigens,
meiner Angst,
meiner Verlassenheit,
immer wenn man mir sagt,
dass das Ende nie das Ende ist
und ich glaube es

.....  dann ist Ostern


Inge Müller 


Ich wünsche Euch von Herzen ein gesegnetes Osterfest und lasst uns daran glauben, dass es ein Wiedersehen gibt mit denen, die uns vorausgegangen sind!

Gabriele mit Florian im Licht

Und wieder Ostern



Und wieder Ostern

Ein Aufstehen
aus dem Gestern
ein Erwachen
mit neuen Impulsen

Wege zu finden voran

Yours Annemarie

Liebe Annemarie,
diesen kleinen Ostertext schicktest Du mir einmal und heute, wo Du nicht mehr auf dieser Welt weilst, rührt mich dieses Wortgeschenk umso mehr.  Ich möchte diese Zeilen gerne mit meinen LeserInnen noch einmal teilen und Dir versichern, dass Deine Worte und Gedanken immer bleiben werden - kostbar und wohltuend.  Danke, dass ich mit Dir befreundet sein durfte!

Samstag, 20. April 2019

Karsamstag


Ins Dunkel
fällt ein Licht 
hinab 
bis in den 
tiefsten Grund
Den Schatten allen
streicht es
zart
übers Gesicht
hinab
ins Dunkel 
fällt es
und ruft - 
das Licht


Isabella Schneider

Bild: Oli Kekaleinen

Freitag, 19. April 2019

Unwichtig...



 
Unwichtig,
Wolken
Blumen
Stunden des Glücks
zählen zu wollen
Wolken ziehen weiter
Blumen verblühen
Stunden des Glücks vergehen
wichtig aber
sie überhaupt
zu sehen
zu erkennen zu genießen
sie in den Gedanken
zu bewahren

Margot Bickel

Mittwoch, 17. April 2019

HAIKU




HAIKU
zwischen Tod und Leben
Ihr, so nah, so fern;
Werdet Ihr uns begleiten,
Wenn es so weit ist?
 
Rainer von Harnack 

Bild: Niclas de Stael

Mittwoch, 10. April 2019

Danke für deinen Brief




Danke 

für deinen Brief. 
Du nimmst mich mit
in den Garten.

Zwischen den Zeilen
glitzert das Gras
blinken Lichtnelken
zwitschert ein Fink
blitzt eine Libelle
glänzt Licht.

Hinter den Worten 
leuchten deine Augen
zwinkerst du mir zu.


Tina Willms 

Dienstag, 9. April 2019

Für eine Weile



Für eine Weile
sind wir Bewohner der Welt
sind wir Mensch unter Menschen
hineingeworfen ins Geschehen 
der Erde unter Sonne und Mond
unter Wachen und Schlafen
unter Lachen und Weinen 
schicksalhaft 
unter Krieg und Frieden
unter Sturm und Stille
unter Trauer und Tod
geheimnisvoll aufgefangen 
von den Armen des Himmels


NN

Montag, 8. April 2019

Safety Rope




Für FLORIAN 
 
Ich bewege Dich in meinem Herzen

Ich habe Dich in mich aufgenommen,
du bist eine Gegenwart in mir.
Du begleitest mich wie die Bilder meines eigenen Lebens.
Ich höre Dich in mir sprechen.
Ich lasse Dein Wesen mein Wesen durchziehen.
Augenblicke lang teile ich eine Seele mit Dir.
Ich bewege Deine Gedanken, Deine Worte, Deine Blicke
als wären sie Brot und Wasser in mir.

Dabei übe ich,
Dich nicht gefangen zu setzen.
Ich will Dich nicht besitzen
und nicht über Dich verfügen.
Du sollst ein Haus in mir haben
zu dem Du selbst den Schlüssel hast.
Du sollst Dich in der Wohnung in mir wohl fühlen.
Nur wenn Du frei bleibst,
bleibe auch ich frei.

Ulrich Schaffer

Sonntag, 7. April 2019

Wir brauchen Menschen


Wir brauchen Menschen,
die zu uns ja sagen,
uns annehmen wie wir sind,
uns so begegnen,
dass wir wagen,
Gefangenes zu befreien,
Verschüttetes freizulegen,
Angst abzubauen
und Vertrauen wachsen zu lassen.

Wir brauchen Menschen,
die verstehen,
dass manches nicht gelingt;
die uns unterstützen und begleiten,
ermutigen und stärken.

Und wir können anderen
dieser Mensch sein.

Max Feigenwinter

Freitag, 5. April 2019

Nicht fertig werden





Die Herzschläge nicht zählen
Delphine tanzen lassen
Länder aufstöbern
Aus Worten Welten rufen
horchen was Bach
zu sagen hat
Tolstoi bewundern
sich freuen
trauernd
höher leben
tiefer leben
noch und noch
nicht fertig werden


Rose Ausländer
Bild: Paul Boiret

Mittwoch, 3. April 2019

I Am Much Too Alone in This World, Yet not Alone

 


I am too alone in the world, and not alone enough
to make every minute holy.
I am too tiny in this world, and not tiny enough
just to lie before you like a thing,
shrewd and secretive.
I want my own will, and I want simply to be with my will,
as it goes toward action,
and in the silent, sometimes hardly moving times
when something is coming near,
I want to be with those who know secret things
or else alone.
I want to be a mirror for your whole body,
and I never want to be blind, or to be too old
to hold up your heavy and swaying picture.
I want to unfold.
I don't want to stay folded anywhere,
because where I am folded, there I am a lie.
And I want my grasp of things
true before you. I want to describe myself
like a painting that I looked at
closely for a long time,
like a saying that I finally understood,
like the pitcher I use every day,
like the face of my mother,
like a ship
that took me safely
through the wildest storm of all.

Rainer Maria Rilke


Ich bin auf der Welt zu allein...

Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug,
Um jede Stunde zu weihn.
Ich bin auf der Welt zu gering und doch nicht klein genug,
Um vor Dir zu sein wie ein Ding,
Dunkel und klug.
Ich will meinen Willen und will meinen Willen begleiten
Die Wege zur Tat;
Und will in stillen, irgendwie zögernden Zeiten,
Wenn etwas naht,
Unter den Wissenden sein
Oder allein.
 
Ich will dich immer spiegeln in ganzer Gestalt,
Und will niemals blind sein oder zu alt,
Um dein schweres schwankendes Bild zu halten.
Ich will mich entfalten.
Nirgends will ich gebogen bleiben,
Denn dort bin ich gelogen, wo ich gebogen bin.
Und ich will meinen Sinn
Wahr vor dir. Ich will mich beschreiben
Wie ein Bild das ich sah,
Lange und nah,
Wie ein Wort, das ich begriff,
Wie meinen täglichen Krug,
Wie meiner Mutter Gesicht,
Wie ein Schiff,
Das mich trug
Durch den tödlichen Sturm
 
Rainer Maria Rilke