Dienstag, 21. November 2017

Blogpause



Wie sie dich mitreißt
die Melodie des Meeres
dich überspült mit Glück
dich einhüllt
in den weißen Schaum
wacher Träume
dich treibt zum Weiter-
und Weitergehen 

Annemarie Schnitt

  

Liebe BlogleserInnen,
es ist wieder soweit - Auszeit von der vorweihnachtlichen Zeit!  
Auf Zypern wartet unser "Nest" und dort warten Ruhe und Stille. 
Ich muß mich dieser Zeit entziehen - und wie es aussieht - wird sich daran auch nichts mehr ändern in meinem Leben: Das Warten darauf, dass Florian sein Versprechen, Weihnachten zu Hause zu sein - endlich einlösen wird, es ist so tief in meiner Seele und ich werde es nicht los!
Dort auf der "Insel der Götter" - auf der Sonneninsel ist alles leichter, kann ich durchatmen, aufatmen. 
Ich kann in Ruhe meinen persönlichen Jahresrückblick machen und mich den inneren und äußeren Bildern widmen.  Dann wird Weihnachten (er)träglich!

Ich wünsche Euch eine gute, friedvolle Zeit!

Olivenbaum

Olivenbaum

Dunkel ist dein Stamm, und kräftig,
vom hohen Alter knorrig und mächtig
Hier stehst du schon seit vielen hundert Jahren
und konntest bewahren
Deine würdevolle Ruhe.

Deine silbrigen Blätter, mit hellgrünem Schimmer
Flüstern, wispern, immer und immer
Und hörbar für mich, erzählst du Geschichten
Aus deinem Leben, in Liedern, Gedichten
Der Vergangenheit.

Unter Deinen Ästen
Wandelten Menschen mit verhaltenen Gesten,
Suchten den Sinn des Lebens
Zu ergründen. Es wäre vergebens,
Zu versuchen, Dir diese Geheimnisse
Zu entlocken.
Ich liebe Dich, Du geheimnisvoller Baum.
Zeit und Raum
Verblassen Dir gegenüber zu einem Schleier
Im Nebel. Ich fühle mich freier,
angelehnt an Deinen Stamm,
verspüre ich der Natur Sinnlichkeit,
Eingehüllt in der Vergangenheit

Joana Angelides

 

Montag, 20. November 2017

Rückschau



Winterabends blättere ich
in meinem Leben,
suche Reisig von Erinnerungen
für das Feuer daheim.
Doch am Ende liegt im Korb 
nur ein schwerer Stein.
Fundstück des Schickssals.

Tag ohne dich
Nacht ohne dich
Frühling ohne dich
Sommer ohne dich
Herbst ohne dich
Winter ohne dich
wieder ein Jahr ohne dich.

Freude, das scheue Tier,
hat sich in meinen Garten verirrt.

Leise die Tür öffnen,
eine Schale mit Milch
hinstellen und es wird bleiben.

Doch da ist es wieder auf und davon.
Geduld, Geduld,
es kommt schon wieder.

Bleib' zu Hause warnt der Schmerz
doch die Seele will vergessen,
das Leben ruft sie vor die Tür,
ist feiern denn vermessen?

Doch da prahlen diese Menschen 
so laut mit ihrem Sohn,
ich flieh nach Hause, 
ist das des Leichtsinns Lohn?

Margarete Clasen

Sonntag, 19. November 2017

Rain


Ich wünsche allen LeserInnen einen behüteten Sonntag!

Samstag, 18. November 2017

Dein Photoalbum


Der Mut lebt heut' auf großem Fuße.
Er lockt mich zum Regal
und legt mir dein Album auf den Schoß.

Photo für Photo gehe ich dein Leben ab,
suche nach Vorzeichen für das Unheil.
Doch du lachsst mir fröhlich entgegen.

Dann kommen die leeren Seiten.


Margarete Clasen 
Bild:  Helene Schjerfbek

Freitag, 17. November 2017

Donnerstag, 16. November 2017

Blauer Schmetterling







Ein blauer Schmetterling
flog durch meine Träume
Dort kostete er
von unserer Liebe

Er flog davon

Noch Jahre danach
erzählten die Schmetterlinge
vom blauen Falter
der das Lied der Liebe sang


von Otto Lenk

Für Esther und Daniel 

Mittwoch, 15. November 2017

Only You

 Jack Savoretti - Only You (Live At Hammersmith Apollo)

Dienstag, 14. November 2017

What is dying



A ship sails and I stand watching till she fades on the horizon, and someone at my side says: "She is gone." Gone where? Gone from my sight, that is all; she is just as large as when I saw her...

The diminished size and total loss of sight is in me, not in her, and just at the moment when someone at my side says"she is gone", there are others who are watching her coming, and other voices take up a glad shout, "there she comes!" ....and that is dying. 

Bishop Brent
Bild: Liviu Suhar

Sonntag, 12. November 2017

Jenseits


 
Wir werden uns 
wieder finden

du wirst
die begonnenen Worte
zu Ende dichten

Sprüche
für Hörende
jenseits aller Grenzen

Rose Ausländer
Bild: Eleanor Millard


⭐️⭐️⭐️

Danke, liebe Karin für Deine schönen Texte - immer wieder!!!

Samstag, 11. November 2017

Ein Begräbnis war es



Ein Begräbnis war es,
und ich spürte, daß der Tote
meine Gedanken besser las
als ich selber.


Die Orgel schwieg, die Vögel sangen.
Die Grube im Sonnenglast draußen.
Die Stimme meines Freundes hielt sich an der
Rückseite der Minuten auf.

Ich fuhr nach Hause, durchschaut
vom Glanz des Sommertages,
von Regen und Stille,
durchschaut vom Monde.

Tomas Tranströmer

Donnerstag, 9. November 2017

You never loved this city

Piano Magic - 

You Never Loved This City (Vocals: Brendan Perry)

Für Esther im Gedenken an Daniel

Mittwoch, 8. November 2017

Im Gedenken an Lukas


⭐️⭐️⭐️

Tage schwarz gerändert,
die mich gefangen halten
im Trauerkäfig.
Nie mehr
deine Stimme hören.
Nie mehr
deinem Blick begegnen.
Nie mehr
spüren
die Wärme deiner Hand.
Sie tun so,
als ob es Trost gäbe

Antje Sabine Naegeli



Liebe Andrea,
immer, wenn ich dies Foto von Lukas sehe, wünsche ich mir, ich wäre ihm damals an dieser Stelle entgegengekommen  und er hätte mich nach einer Straße gefragt.. wir wären ins Gespräch gekommen und er hätte mir aus Holland erzählt und von Dir und Euch....  Dann hätte ich Dich auch kennengelernt, aber unter glücklichen Umständen!
So bin ich heute traurig mit Euch allen, die ihr um diesen wundervollen Jungen weint! 9 Jahre - und doch scheint alles "gerade" gewesen zu sein.
Ein stiller Gruß zu Euch
Gabi


Dienstag, 7. November 2017

HAIKU - für Mateo



HAIKU
Tod, der kein Tod ist.
In eine andere Welt,
Wo wir uns sehen.

Rainer von Harnack 

Lieber Rainer,
ich bin glücklich, dass ich Dir hier für Dein Gedenken an Mateo einen Platz geben kann!
Ich erinnere gut, wie ich auf Deine berührenden Texte  im Rundbrief der Verwaistern Eltern  stieß und mir wünschte, Dir zu begegnen. Als es geschah, Jahre später, war es vertraut und schön. Seitdem sind wir Freunde - Freunde im Leid - aber auch Begleiter im Leben, das ohne unsere Söhne nie mehr wurde, was es einmal war! 
Heute bin ich traurig mit Euch, die Ihr Mateo vermißt!
Deine Gabi

TANKA für Mateo


Die Zeit ohne Dich,
Als wäre es erst gestern...
Wir vermissen Dich.
Unser ganzes Leben lang.
Wo werden wir uns sehen?--

Rainer von Harnack für seinen Sohn Mateo

Sonntag, 5. November 2017

Welkes Blatt


Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.


 Hermann Hesse

Samstag, 4. November 2017

Am Ende des Tages




Am Ende des Tages
schaust du zurück
wie über Berge
müde vom Wandern
mit der Sehnucht
nach einer Pause
im pausenlosen Lauf
durch die Stunden

Annemarie Schnitt
 Bild:  Dagmar Wassong

Freitag, 3. November 2017

It takes a lot to know a man


DAMIEN RICE & CANTUS DOMUS - IT TAKES A LOT TO KNOW A MAN -

Donnerstag, 2. November 2017

Gedanken


...... Gedanken
       im Wind
       treiben lassen

...... deiner Melodie 
       lauschen

denn überall bist 
                       du



Danke, liebe Karin, für diesen schönen kleinen Text!

Mittwoch, 1. November 2017

And I love her


....and I love him...

Für alle, die jemanden lieben und vermissen... 

Dienstag, 31. Oktober 2017

Zwischen Weinen und Lachen


Zwischen Weinen und Lachen
schwingt die Schaukel des Lebens.
Zwischen Weinen und Lachen
fliegt in ihr der Mensch.

Eine Mondgöttin
und eine Sonnengöttin
stoßen im Spiel sie
hinüber, herüber.
In der Mitte gelagert:
Die breite Zone
eintöniger Dämmerung.

Hält das Helioskind
schelmisch die Schaukel an,
übermütige Scherze,
weiche Glückseligkeit
dem Wiege-Gast
ins Herz jubelnd,
dann färbt sich rosig,
schwingt er zurück,
das graue Zwielicht,
und jauchzend schwört er
dem goldigen Dasein
dankbare Treue.

Hat ihn die eisige Hand
der Selenetochter berührt,
hat ihn ihr starres Aug,
Tod und Vergänglichkeit redend,
schauerlich angeglast,
dann senkt er das Haupt,
und der Frost seiner Seele
ruft nach erlösenden Tränen.
Aschfahl und freudlos
nüchtert ihm nun
das Dämmer entgegen.
Wie dünkt ihm die Welt nun
öde und schal.

Aber je höher die eine Göttin
die Schaukel zu sich emporzieht -
je höher
schießt sie auch drüben empor.
Höchstes Lachen
und höchstes Weinen,
eines Schaukelschwungs
Gipfel sind sie.

Wenn die Himmlischen endlich
des Spieles müde,
dann wiegt sie sich
langsam aus.
Und zuletzt
steht sie still
und mit ihr das Herz
des, der in ihr saß.

Zwischen Weinen und Lachen
schwingt die Schaukel des Lebens.
Zwischen Weinen und Lachen
fliegt in ihr der Mensch. 

(Christian Morgenstern)

Sonntag, 29. Oktober 2017

Was mich am stärksten verwandelt habe?


Was mich am stärksten
verwandelt habe?
Immer wieder die Liebe
die mich erhöht
und erniedrigt hat
und Schnee zurück liess
mit einer Fährte
weiss Gott wohin
 
Erika Burkart
Bild: Andrey Aranishev

Samstag, 28. Oktober 2017

No frontiers

             
If life is a river and your heart is a boat
And just like a water baby, baby born to float
And if life is a wild wind that blows way on high
And your heart is Amelia dying to fly

Heaven knows no frontiers
And I've seen heaven in your eyes
And if life is a bar room in which we must wait
'Round the man with his fingers on the ivory gates

Where we sing until dawn of our fears and our fates
And we stack all the deadmen in self addressed crates
In your eyes faint as the singing of a lark
That somehow this black night

Feels warmer for the spark
Warmer for the spark
To hold us 'til the day
When fear will lose its grip

And heaven has its way
Heaven knows no frontiers
And I've seen heaven in your eyes
If your life is a rough bed of brambles and nails

And your spirit's a slave to man's whips and man's jails
Where you thirst and you hunger for justice and right
Then your heart is a pure flame of man's constant night
In your eyes faint as the singing of a lark

That somehow this black night
Feels warmer for the spark
Warmer for the spark
To hold us 'til the day when fear will lose its grip

And heaven has its way
And heaven has its way
When all will harmonise
And know it's in our hearts

The dream will realise
Heaven knows no frontiers
And I've seen heaven in your eyes
Heaven knows no frontiers
And I've seen heaven in your eyes 


Jimmy McCarthy

Freitag, 27. Oktober 2017

Sonett 73 Shakespeare



"Den späten Herbst kannst Du in mir besehen:
Die letzten gelben Blätter eingegangen
An Zweigen, die dem Frost kaum widerstehen,
Und Chorruinen, wo einst Vögel sangen.
In mir siehst Du den späten Tag sich neigen,
Das Dunkel in die graue Dämmrung dringen,
Die Nacht mit ihrer Schwärze langsam steigen
Und Todes Bruder, Schlaf, die Welt umschlingen.
In mir siehst Du die Glut von alten Bränden,
Gebettet auf die Asche bessrer Zeiten -
Ein Sterbelager, wo sie muss verenden,
Verzehrt vom Brennstoff eigner Lustbarkeiten.
Siehst Du all dies, wird's Deine Liebe steigern:
Denn was Du liebst, wird Tod Dir bald verweigern."

Das Sonett 73 

William Shakespeare
Bild: Alexi Zaitsev

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Im Herbst


Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen
und vergrub sie in meinem Garten.
Und als der April wiederkehrte und
der Frühling kam, die Erde zu heiraten,
da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen,
nicht zu vergleichen mit allen anderen Blumen.
Und meine Nachbarn kamen, um sie anzuschauen,
und sie sagten zu mir:

Willst du uns, wenn der Herbst wiederkommt,
zur Saatzeit, nicht auch Samen dieser Blumen geben,
damit wir sie in unseren Gärten haben?

Khalil Gibran

Dienstag, 24. Oktober 2017

Min Leben ist wie leise See

 

Mein Leben ist wie leise See
Wohnt in Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn
aufgestörte Wünsche ziehn
darüber wie silberne Möwen.
Und dann ist alles wieder still...
Und weißt du, was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen.

(R.M.Rilke)

Montag, 23. Oktober 2017

Solange ihr mich liebt




Was gewachsen ist und Liebe war,
ist unvergänglich, unumkehrbar,
es wird dich tragen, wenn du dich tragen lässt.
Du kannst leben, glaube mir, jetzt, sofort und immer mehr.

Jochen Jülicher
"Solange ihr mich liebt"
Texte und Gedicht zum Abschied

Freitag, 20. Oktober 2017

Für Lukas - im Gedenken


....denn es fehlt einer

Wir wären eigentlich vier
Und sind doch nur drei
denn es fehlt einer
und dennoch fehlt keiner
denn einer ist immer dabei.

Wir wären eigentlich vier
vier freunde, die durchs Leben gingen
vier, die gemeinsam Lieder singen
vier Kameraden, die zusammen lachten
vier waren’s, die oft nur Späße machten

aber wir sind nur drei
denn es fehlt einer
und dennoch fehlt keiner
denn einer ist immer dabei.

Dabei, wo drei gehen und singen
dabei, wo drei lachen und Späße machen.
In Wirklichkeit kann uns niemand trennen:
auch wenn es so aussieht, als wär’n wir nur drei...
denn – einer ist immer mit dabei.

Jutta Klinkhammer-Hubo
aus: »Noch einmal sprechen dürfen von der Wärme des Lebens...«




Für Euren Lukas, liebe Andrea, lieber Rob, der heute seinen Geburtstag im Licht begeht!
Viele werden Euch heute in Gedanken begleiten und die, die Lukas kannten, voller Liebe + sicher mit einem Lächeln an ihn denken!  Ich durfte ihn nicht kennenlernen, aber er hat unsere Wege verbunden. Dafür bin ich ihm sehr dankbar! 

Florian und Lukas sind uns nur vorausgegangen.  Heute sitzen sie zusammen auf Wolke Sieben!

Eure Gabi
 

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Song for Ireland


for florian 
it`s your song...

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Augenblick des Dankes



„Dies ist ein schöner Augenblick, denn es ist ein Augenblick des Dankes, und ich kenne kein glücklicheres Gefühl als das der Dankbarkeit.
Erfreulicher Weise ist Dankbarkeit eine Eigenschaft und Gabe, die man sich zuschreiben und derer man sich rühmen darf, ohne hoffärtig zu erscheinen, und dass vielleicht am meisten sie mir geholfen hat, meines Lebens froh zu sein.
Niemand ist dankbarer als ein Leidender, ja, man könnte sagen, dass Dankbarkeit der Leidensfähigkeit entstammt, und dass sich die Fähigkeit zu ihr danach bemisst, wie tief einer gelitten hat….“

Zitat aus „Lob der Dankbarkeit“ von Thomas Mann


Dankbar bin ich heute, dass ich Florian,  diesem besonderen Menschen Mutter sein durfte und weiter Mutter sein kann...   
Dankbar bin ich, dass ich - auch nach 17 Geburtstagen in Florians ewiger Abwesenheit noch lebe und sein Andenken weitertragen darf.  
Dank allen, die mich seit vielen Jahren begleiten, manchmal ertragen, mir Mut machen und ihren Schmerz mit meinem verbinden..

Dank meinem geliebten Mann, der mich immer wieder aufzurichten vermag, wenn ich denke, es nicht zu schaffen...  
Dank auch für die schweigenden und stillen Menschen, die hier eine Heimat für ihre verletzte Seele fanden.

Danke Florian, dass Du mich vor 41 Jahren als Mutter augesucht hast!