„Es war eine lange, beschwerliche Wanderschaft, bis wir endlich einen Ort relativer Seelenruhe erreichen. Doch einmal angekommen, verspüren wir Erleichterung und Befreiung von unserer größten Verzweiflung. Der Tod eines Menschen, den wir liebten, ist nicht etwas, worüber man jemals „hinwegkommt“. Doch wenn wir uns durch die Trauer durchgearbeitet haben, uns Zeit gelassen haben, den Schmerz zu fühlen und unser Leben aus dieser veränderten Perspektive betrachten, dann können wir endlich akzeptieren, was uns widerfahren ist. Das ist das Geschenk, das wir uns selbst gemacht haben, indem wir die Trauer angenommen haben, sie durch gestanden haben, anstatt sie zu leugnen oder sie in etwas verwandelt haben, das nicht existiert.
Wer vor seiner Trauer davonläuft, wird niemals inneren Frieden finden. Doch weil wir uns unserem Verlust gestellt haben, ist es uns nun möglich, ein Leben frei – oder zumindest relativ frei – von innerem Konflikt zu leben. „Ich kann jetzt an sein Grab gehen mit Blumen und mit Frieden im Herzen anstatt mit Blumen in der Hand und Dornen im Herzen.
Weil ich mich meinem Verlust ausgesetzt habe, ist es mir gelungen, Frieden zu finden. Wenn auch noch nicht heute, so wird es mir doch eines Tages in der Zukunft möglich sein, meinen Schmerz zu akzeptieren. Ich werde es mir zum Ziel setzen. Jetzt beglückwünsche ich mich, dass ich so weit gekommen bin, die ganze Spannweite der Gefühle und Zustände, die mit meiner Trauer einhergehen, zu ertragen.“
Carol Staudacher, "Tage der Trauer, Tage der Heilung"


